Ethische, soziale und menschliche Zukunftsforschung – mit besonderem Schwerpunkt auf Datenhoheit, verantwortungsvoller KI und dem Wohlergehen der Menschen.
Der endgültige Lehrplan umfasst zehn Module, die im Rahmen eines Blended-Learning-Ansatzes vermittelt werden, der Mikro-Lernen, praxisorientierte Workshops, Fallstudien aus der Praxis, Simulationen und aufgabenbasiertes Lernen umfasst.
Dieser Bericht bietet einen Überblick über die Ergebnisse der Lückenanalyse des ASTRAL-Projekts. Ziel war es, Lücken bei den Aufgaben, Fähigkeiten und Kompetenzen zu identifizieren und die Bedürfnisse und Anforderungen von Studierenden und Lehrenden an Hochschulen sowie von Lernenden und Ausbildern auf Unternehmensseite in Bezug auf Hochschulen und Einrichtungen der beruflichen Bildung (VET) zum Thema langfristige strategische Planung und Management in kleinen und mittleren Unternehmen zu ermitteln. Es wurde ein Ansatz mit mehreren Methoden gewählt. Zunächst wurde eine bibliometrische Sekundärforschung durchgeführt, gefolgt von Experteninterviews und gezielten Online-Umfragen, um durch eine Kreuzanalyse der Ergebnisse Bildungsangebote zu identifizieren. Darüber hinaus werden mögliche Kooperationsrahmen zwischen der Wirtschaft, dem Bildungssektor (Hochschulen und Berufsbildung) und dem öffentlichen Sektor untersucht.
Das Ergebnisdokument 1.1 präsentiert die Ergebnisse des Arbeitspakets 1 (WP1) des ASTRAL-Projekts und zieht daraus Schlussfolgerungen, um die Grundlagen für nachfolgende Arbeitspakete zu schaffen. Im Rahmen von WP1 wurde ein multimethodischer Ansatz verfolgt, um die Bedürfnisse, Kompetenzen und methodischen Lücken, Hindernisse sowie Empfehlungen und Erfolgsfaktoren für den ASTRAL-Kurs der Zielgruppen zu ermitteln:
Führungskräfte, Eigentümer und Unternehmer aus dem Hightech-/Deeptech-Sektor (KMU)
Lehrkräfte an Hochschulen und Ausbilder in der beruflichen Bildung in Bereichen wie Strategie, MINT, Hightech/Deeptech, (und damit verbundene) Industrie sowie Innovation.
Zielgruppe: Fachleute für strategische Zukunftsforschung und Innovation (sowohl Selbstständige als auch Angehörige von Wirtschaftsverbänden, Innovationsvermittler, öffentliche Einrichtungen usw.).
Die Forschungsaktivitäten umfassten (1) eine bibliometrische Sekundärforschung zur Ermittlung der wichtigsten Herausforderungen, Bedürfnisse und Methoden im Bereich der langfristigen Zukunftsprognose (LTFF), (2) Experteninterviews, um die Bedürfnisse, Gedanken und Meinungen der Zielgruppen sowie deren derzeitige Arbeitsweise im Bereich der Zukunftsprognose zu erfassen, (3) eine gezielte Umfrage zur Erhebung quantitativer Daten über aktuelle Foresight-Praktiken, (4) eine Lückenanalyse, die die Ergebnisse der drei vorangegangenen Aufgaben zusammenfasste, sowie (5) Fokusgruppen, in denen die Ergebnisse validiert, diskutiert und vertieft wurden. Darüber hinaus trugen die Fokusgruppen dazu bei, Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise und Erfolgsfaktoren zu identifizieren. Diese Aktivitäten wurden mit Vertretern der Zielgruppen aus allen fünf im Konsortium vertretenen Ländern – Deutschland, Spanien, Frankreich, Dänemark und den Niederlanden – durchgeführt. Zudem wurden alle KPIs für WP1 erreicht.
1.1 Ergebnisse
Die Ergebnisse wurden nach sechs Themenbereichen gegliedert:
Bedarf: Die Analyse ergab, dass es an strukturierten Zukunftsplanungsmaßnahmen, einer theoretischen Grundlage und der Einbindung in die strategische Entscheidungsfindung mangelt.
Kompetenzen: Es wurde ein breites Spektrum an Kompetenzen ermittelt. Dazu zählen grundlegende Fähigkeiten im Bereich der Zukunftsforschung, analytische und kognitive Fähigkeiten, Soft Skills sowie digitale Kompetenzen.
Methoden: Viele Organisationen stützen sich auf Ad-hoc-Ansätze, und strukturierte Methoden werden uneinheitlich angewendet. Darüber hinaus wurden mehrere Methoden identifiziert, die sich für eine mögliche Integration in den ASTRAL-Lehrplan eignen, darunter Szenarioplanung, die Delphi-Methode, Backcasting, Trendanalyse und Horizontanalyse.
Hindernisse: Die Einführung von LTFF-Praktiken wird durch verschiedene Hindernisse erschwert. Dazu zählen strukturelle, institutionelle, methodische, bildungsbezogene, psychologische, kulturelle, technologische und rechtliche Hindernisse.
Empfehlungen für den Kurs: Die Teilnehmer aller Formate betonten die Notwendigkeit eines modularen, flexiblen und kontextbezogenen Kurses mit interaktiven Tools und fallbasierten Lernansätzen.
Erfolgsfaktoren: Zu den Faktoren, die eine erfolgreiche Umsetzung begünstigen, gehören kontextuelle Relevanz, leicht zugängliche Einstiegsmöglichkeiten, das Engagement der Führungskräfte und die Einbindung der Gemeinschaft.
Auf der Grundlage der Ergebnisse erarbeitete das Konsortium einen Prototyp für einen Lehrplan, der auf die ermittelten spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten ist.
1.2 WP2 – ASTRAL-LTFF-Lehrplan für den Hochschulbereich
WP2 konzentriert sich darauf, Hochschullehrer mit den Kompetenzen auszustatten, die erforderlich sind, um Studierende auf strategische und innovative Aufgabenbereiche vorzubereiten, in denen LTFF gefragt ist. Der Lehrplan wird gemeinsam mit Lehrenden und Lernenden an Hochschulen konzipiert und entwickelt. Zu den Schlüsselelementen gehören ein flexibler Ansatz für zirkuläres Lernen sowie ein Lehrplan für Hochschullehrer.
1.3 WP3 – LTFF-Schulung für die Wirtschaft
WP3 richtet sich an Mitarbeiter in der Unternehmensberatung und Fachkräfte, die LTFF bei der strategischen Planung und Innovation anwenden müssen. Der Lehrplan wird gemeinsam mit den Zielgruppen entwickelt und umfasst fallbasiertes sowie problemorientiertes Lernen. Darüber hinaus nutzt der Kurs ein anpassungsfähiges Inhaltsgerüst für KI-gestützte Personalisierung.
1.4 Arbeitspaket 4 – ASTRAL-Kooperationslabore
WP4 führt ein kooperatives Format ein, das die Bereiche Bildung, Wirtschaft und Politik zusammenbringt. In Kooperationslabors können die Akteure gemeinsam Lösungen für reale Herausforderungen entwickeln. Diese Herausforderungen sind sowohl ortsspezifisch als auch themenspezifisch. In einer Pilotphase wird ein „Mini-Living-Lab“-Ansatz verfolgt, bei dem die drei Akteure an gemeinsamen Bootcamps teilnehmen und gemeinsam Innovationsinitiativen entwickeln können. WP4 wird die sektorübergreifende Zusammenarbeit fördern und sicherstellen, dass LTFF-Praktiken verbreitet und in realen Entscheidungsprozessen angewendet werden.